Stefanie Grosjean
Stefanie Grosjean

Darf ich mich vorstellen?
Einen Künstler zu beschreiben ist ganz einfach – dachte ich zumindest. Bis ich über mich selbst schreiben sollte! Also, wo fängt man da an? Vielleicht damit, dass ich oft mehr Pinsel habe, als ich zählen kann, aber trotzdem nie den finde, den ich gerade brauche. Es passiert nicht selten, dass ich nach stundenlangem Suchen feststelle, dass der gesuchte Pinsel einfach hinter meinem Ohr steckt – wo auch sonst?
Ach ja, und dann wäre da meine Vorliebe, mitten in einem Bild plötzlich von einer anderen Idee überfallen zu werden. Da kann es schon mal passieren, dass ich ein Bild mit einem Affen male, aber am Ende eine Stadtlandschaft in Neonfarben dabei herauskommt. So ist das eben – der Weg ist das Ziel, oder wie war das nochmal?
Und die Sache mit der Zeit! Ich verliere sie ständig. Keine Ahnung, wie es passiert, aber was als entspannte Nachmittags-Skizze anfängt, endet oft darin, dass ich nachts um 2 Uhr realisiere, dass ich noch nicht zu Abend gegessen habe (kein Wunder, dass mein Magen sich so lautstark meldet). Ach, und falls du dich fragst, wie oft ich mein Kaffeewasser mit Pinselwasser verwechselt habe... sagen wir einfach, ich könnte inzwischen Kurse in unfreiwilligem Aquarell-Kaffee-Malen geben.
Ich bin ein bisschen chaotisch, das stimmt – aber dieses kreative Chaos bringt manchmal die besten Ergebnisse. Wie neulich, als ich beim Aufräumen ein längst vergessenes Bild hinter einem Schrank fand. Es war fast fertig, bis auf ein kleines Detail. Aber anstatt es zu beenden, habe ich es erst mal wieder zur Seite gestellt. Vielleicht fällt mir in ein paar Jahren ein, wie ich es zu Ende bringe. Oder es bleibt einfach so, wer weiß? In der Kunst ist schließlich alles möglich.
Also, wenn du mich fragst, ob ich organisiert und durchgeplant bin – definitiv nicht. Aber genau das ist es, was meine Kunst und mich ausmacht: ein bisschen wirr, manchmal unvollkommen, aber immer mit Herz und einem Augenzwinkern.
Meine Geschichte
Ich bin Stefanie Grosjean, geboren am 19. Mai 1976 in Bad Driburg, und wohne seitdem im schönen Brakel im Weserbergland. Schon als Kind war die Kunst meine große Leidenschaft. Mit 11 Jahren habe ich meine erste Staffelei geschenkt bekommen und begann sofort, mit Ölfarben zu experimentieren – die Leinwände hatten ab da keine Chance mehr! Ich gewann damals einige Malwettbewerbe, aber wie das Leben so spielt, musste ich meinen künstlerischen Weg für eine Weile unterbrechen.
Erst 2015, nach einer langen Pause, habe ich mich wieder der Kunst zugewandt. Da saß ich plötzlich vor einem weißen Blatt Papier, hielt ein Stück Kohle in der Hand und dachte mir: "Jetzt oder nie!" Seitdem male und zeichne ich oft bis tief in die Nacht hinein, denn wenn mich der kreative Rausch einmal packt, gibt es kein Halten mehr. Manchmal denke ich, ein Leben reicht gar nicht aus, um all das auf die Leinwand zu bringen, was mir durch den Kopf schwirrt.
2018 habe ich angefangen, meine Begeisterung für die Kunst mit anderen zu teilen und biete seither Kurse an – darunter Crashkurse für Anfänger in Kohle- und Bleistiftzeichnungen sowie in Acrylmalerei. Über 2000 Teilnehmer haben bisher an meinen Kursen teilgenommen. Es ist großartig zu sehen, wie einige von ihnen ihre eigenen Ausstellungen gemacht haben oder die Kunst auf andere Weise in ihr Leben integrieren. Die Kunstwelt ist groß, und jeder findet darin seinen ganz eigenen Platz – manchmal ist es einfach schön, die Menschen auf diesem Weg zu begleiten.
In meinen Kursen geht es nicht nur darum, die Technik zu erlernen, sondern auch, eine tiefere Verbindung zu dem zu finden, was man schafft. Jede Malanalyse, die ich mit den Teilnehmern durchgehe, ist wie eine Reise durch ihre eigene Lebensphilosophie. Einige sind strukturiert, andere suchen gerade ihren Weg – und ich darf sie dabei mit Farben, Linien und Formen unterstützen. Es gibt wirklich nichts Schöneres, als zu sehen, wie ein Bild den Menschen, der es geschaffen hat, widerspiegelt.
Meine Werke habe ich bereits in verschiedenen Ausstellungen präsentiert, darunter im Herrenhaus Fischer (2019) und im Golf Club Bad Driburg (2020). Dabei reicht mein künstlerisches Repertoire von Aquarellen und Acrylbildern bis hin zu Zeichnungen und Ölgemälden. Ich beschäftige mich mit Themen wie Affen, der USA, Glühbirnen als Sinnbilder des Lebens und einem neu-modernen Comicstil, der mit Figuren der 80er Jahre spielt – vielleicht, weil ich selbst aus dieser Zeit komme. Meine Bilder sind genauso vielfältig wie mein Leben, und ich liebe es, mich immer wieder neu auszuprobieren.
Hauptberuflich arbeite ich als Landesbeschäftigte bei der Kreispolizeibehörde Höxter. Der Kontrast zwischen der klar strukturierten Arbeit und der freien, kreativen Welt der Kunst ist für mich eine perfekte Kombination – beides gehört zu mir und hält mein Leben in Balance. Manchmal ist es, als ob die Kunst der bunte Farbklecks im oft sehr geordneten Alltag ist.
Für die Zukunft habe ich noch einiges vor. Ich plane mehrwöchige Online-Kurse mit intensiven Bildanalysen, die es den Teilnehmern ermöglichen, noch tiefer in die Kunst einzutauchen. Außerdem träume ich davon, meine Werke irgendwann in den USA auszustellen – wer weiß, wohin die Reise noch geht!
Kontakt
Ich bin immer auf der Suche nach neuen, spannenden Möglichkeiten.
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